Gratulation! Richtige Antwort „wichtigstes Buch“

Thomas Piketty
1:  „Capital Markets: Institutions and Instruments“ von F.J. Fabozzi und F. Modigliani (I)
2:  „Why Capitalism?“ von Allen H. Meltzer (USA)
3:  „Capital Gains, Minimal Taxes“ von Kaye A. Thomas (USA)
4:  „Capital in the 21st Century“ von Thomas Piketty (F)

Welches Buch wird gegenwärtig in den USA als “wichtigstes Buch des 21. Jahrhunderts” gefeiert?

  Trotz seiner Reputation als Makroökonom und akademischer Vordenker der französischen Sozialisten stiess Thomas Pikettys Buch dort auf begrenzte Resonanz. In den USA allerdings traf es den Zeitgeist perfekt, weil es vermutlich nur von wenigen ganz und vom Grossteil seiner Bewunderer wohl kaum angelesen wurde. Piketty löste in den USA mit seinem knapp 700 seitigen „Capital in the 21st Century“ (März 2014) neben Neid und vagen Schuldgefühlen, auch eine Flut irrationaler Begeisterung für konfiskatorische Steuersätze und globale Staatseingriffe aus. Mit moralisierender Belletristik und methodisch fragwürdigen Prognosen durchzogen, wurde Piketty’s wissenschaftlich kontroverser Befund über Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen, zum “bahnbrechenden Meisterwerk” und seine Formel r>g zur Entdeckung des “zentralen Widerspruchs des Kapitalismus”. Aus der klassischen Wachstumstheorie wohlbekannt besagt seine These aber kaum mehr, als dass in Marktwirtschaften Kapitalrenditen (=r) normalerweise über dem Wirtschaftswachstum (=g) liegen. Sie ist somit für Verteilungsfragen weitgehend irrelevant und eine Analyse des Verhältnisses der Sparquote zur Wachstumsrate des Gesamteinkommens wäre aussagefähiger. Dialektisch Wohlstand und Vermögen durchgehend als Kapital zu bezeichnen um dann aus r>g die Prognose abzuleiten, dass sich Kapital stets bei Wohlhabenden konzentriert, weil Kapital schneller als die Wirtschaftsleistung wächst, ist theoretisch und methodisch problematisch. Piketty müsste hier wohl unterstellen, dass Vermögende ewig leben, kollektiv auf allen Konsum und Ausgaben verzichten und ebenso kollektiv ihre gesamten Erträge wieder reinvestieren. Und schliesslich lässt sich auch von jahrzehntealten Statistiken über das Aufkommen der Einkommensteuern langfristig kaum Verlässliches über r und g ableiten, weil jede steuerpolitische Veränderung das Spar- oder Anlageverhalten der Steuerzahler unvorhersehbar beeinflusst und dadurch zu verfälschten Ergebnissen führt.

Weiterführende Literatur gibt es bei www.buchausgabe.de.

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