Gratulation! Richtige Antwort „sozial“

sozial
1:  persönliche Solidarität, die spontan unter Social-Media-Benutzern entsteht
2:  eine rasche Reaktion auf Handlungen Dritter
3:  die vollständige Durchsetzung der Prinzipien des „fair trade“
4:  der Gesellschaft inhärent, gesellschaftsspezifisch oder gesellschaftlich

Was bedeutet eigentlich das Wort „sozial“?

Wenige Worte haben während der letzten ca. 250 Jahre in Wissenschaft und Politik eine radikalere Mutation durchgemacht als der inflationär gebrauchte Begriff sozial. Richtigerweise beschrieb er im Sinne von der Gesellschaft inhärent oder etwa gesellschaftsspezifisch, wertneutral und präzise alle jene Umstände gesellschaftlicher Evolution, die durch die verschiedenen Formen menschlichen Zusammenwirkens entstehen. Daher sprechen wir von sozialen Kräften oder sozialen Gebilden wie z. B. unsere Sprachen, das Geld oder verschiedene Sitten und Gebräuche, um damit auszudrücken, dass diese Institutionen nicht das Ergebnis geplanter Absichten sind, sondern sich durch ungeplante, gesellschaftliche Kooperationen ungezählter Menschen über Generationen hinweg entwickelten. Insbesondere im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde alles gesellschaftliche als sozial bezeichnet und damit dem Wort Sinn und Inhalt entzogen. Bald wurde es dem jeweiligen Zeitgeist entsprechend mit politisch zündenden Begriffen wie etwa ‘moralisch’, ‘barmherzig’ oder einfach ‘gut’ ersetzt und löste damit eine Flut wohlfahrtsstaatlicher Ansprüche aus. Obwohl wir kaum je Bedeutung oder Ziel der vielen fragwürdige Wortkombinationen, wie etwa ‘soziale Verantwortung’, ‘soziale Gerechtigkeit’, ‘sozialer Rechtsstaat’, oder gar ‘Sozialdemokratie’ erkennen, haben wir uns allerdings längst an sie gewöhnt. Weil das Wiesel ein Hühnerei von aussen kaum erkennbar geschickt entleeren kann, bezeichnete von Hayek sozial als Wieselwort, da sozial dem jeweils nachgestellten Begriff den Inhalt entzieht. So können wir z.B. wohl den Begriff Rechtsstaat erklären, einen sozialen Rechtsstaat jedoch kaum. Ähnliches gilt für die Sozialdemokratie.

Weiterführende Literatur gibt es bei www.buchausgabe.de.

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