Gratulation! Richtige Antwort „Manchester-Kapitalismus“

Manchester-Kapitalismus richtig
1:  Anhänger der Fussballmannschaften von Manchester United und Manchester City
2:  konservative Bewegung, die den Freihandel als eine akute Bedrohung gesellschaftlicher Ordnung sah und Mitte des 19. Jahrhunderts von Manchester ausging
3:  spätgotischer Architekturstil, der besonders in und um Manchester vertreten ist
4:  erfolgreiche Freihandelsbewegung, die um 1840 von R. Cobden und J. Bright u.a. als „Anti Corn Law-League“ begründet wurde und von Manchester ihren Ausgang nahm

Was ist eigentlich Manchester-Kapitalismus?

    Wenige Phrasen lösen heute in Politik und Wissenschaft mehr Emotionen und Missverständnisse aus, als die auf Lassalle und Disraeli zurückgehenden politischen Kampfbegriffe Manchestertum, Manchesterkapitalismus oder Manchesterliberalismus. Durch geschicktes Umdeuten historischer Tatsachen sind sie zum Synonym für gnadenlosen Kapitalismus und Ausbeutung verelendeter Massen geworden. Als während der 1830er Jahre die „Corn Laws“ in England billigeres ausländisches Getreide zum Vorteil des Grossgrundbesitzes mit exzessiven Importzöllen belegten und den Export inländischen Getreides hoch subventionierten, kam es zur schlimmsten Wirtschaftskrise seit 100 Jahren. Diese protektionistische Politik, die anstelle des Imports günstigeren Getreides den Export des knappen Gutes subventionierte, stürzte die Bevölkerung in Hungersnot, Inflation und Arbeitslosigkeit. Die im Wesentlichen von den Liberalen Richard Cobden (1804-65) und John Bright (1811-89) um 1840 in Manchester mit finanzieller Unterstützung der Textilindustrie begründete ‘Anti Corn Law-League’ bekämpfte diese Politik als ‘gesetzgeberischen Mord’. Durch ihr rigoroses Eintreten für Freihandel, Eigenverantwortung und weniger Staatsmacht entstand eine Volksbewegung, mit der es 1846 gelang nicht nur die Getreidezölle abzuschaffen und damit langsam das Elend der arbeitenden Bevölkerung zu lindern. U.v.a. führte dieser Erfolg auch zur Verbreitung der Idee des Freihandels und somit zur Eindämmung der wirtschaftspolitischen Gründe nationalistischer und imperialistischer Politik. Es ist traurig und sehr bedenklich, dass auch heute noch geläufiger Aberglaube weiter verbreitet ist als das Ergebnis historischer Forschung oder ökonomischer Analyse.

Weiterführende Literatur gibt es bei www.buchausgabe.de.

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